Alexa mit Beinen und „Hirn“ - Amazons nächstes großes Ding? Sind Alexa-Roboter bald dem menschlichen Verstand ebenbürtig?

Seit der internationalen Markteinführung 2014 hat Amazon laut eigenen Angaben über 100 Millionen Echo-Lautsprecher mit Alexa-Sprachsoftware verkauft und der Boom ist ungebrochen. Fast täglich erweitert die intelligente Sprachassistentin ihren Wissensstand durch neu hinzukommende Skills. Zudem werden immer mehr elektrische Geräte über Alexa sprachsteuerbar. Ihr größtes Manko war jedoch bisher die stationäre Beschränkung auf bestimmte Lautsprecher. Wenn es nach Amazon geht könnte Alexa jedoch bald schon einen menschenähnlichen Körper erhalten und vielleicht sogar „gesunden Menschenverstand“ erlernen.

Um uns wirklich in allen Belangen zu unterstützen, müsste Alexa noch menschenähnlicher werden

Alexa kann fast alles, scheitert aber immer wieder am Verstehen

Bei Gesprächen kommt es oft weniger auf eine Aussage an als auf die Art, wie etwas gesagt wird und genau in dieser Hinsicht versagt Alexa immer wieder. Trotz umfangreichen Wissensstands fällt es ihr immer noch schwer, ein Wort mit mehreren Bedeutungen dem richtigen Kontext zuzuordnen. Fragt ein Nutzer beispielsweise nach der Temperatur, muss sie wissen, ob damit die Raum- oder Außentemperatur gemeint ist. In der Regel nutzt Alexa zur Beantwortung solcher allgemeinen Fragen „Erkenntnisse“ aus bisherigen Anfragen ihres Nutzers sowie weitere Informationen aus ihrem enzyklopädischen Wissensschatz.

Spricht ein Mensch jedoch undeutlich, formuliert Sprachbefehle umständlich oder stellt schnell hintereinander viele Folgefragen, verliert Alexa immer wieder die Orientierung. Denn bisher fehlt ihr einfach der sprichwörtliche „gesunde Menschenverstand“ zur Einordnung des Gehörten in den richtigen Kontext. Darüber hinaus ist Alexa noch nicht in der Lage, Mimik und Gestik wahrzunehmen und zu deuten, was die Verarbeitung der Alexa Sprachbefehle zusätzlich erschwert.

Infolgedessen kam es bereits zu einigen folgenschweren Missverständnissen. Zum Teil glaubte Alexa sogar einen Sprachbefehl gehört zu haben, während ihre Besitzer gar nicht anwesend waren und drehte die Musik voll auf. Die Polizei musste bereits mehrfach solche Alexa Partys stoppen. 

Bisher war die Alexa Sprachsoftware lediglich auf verschiedenen Lautsprechern zuhause

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Alexa erkennt vielleicht bald mit eigenen Augen, welche Arbeit anfällt

Das theoretische Wissen von Alexa ist bereits sehr umfassend, ihr fehlt jedoch die praktische Erfahrung, die uns Menschen hilft, Verständnisfehler zu vermeiden. Rohit Prasad, Chefwissenschaftler der Alexa-Gruppe für künstliche Intelligenz bei Amazon, steht ständig vor der Herausforderung Alexa noch smarter zu gestalten. Laut einem Bericht von technologyreview.com arbeiten er und weitere Wissenschaftler dementsprechend an verschiedenen Methoden, um Amazons Sprachassistentin ein tieferes Verständnis für unsere Welt zu vermitteln. Für viele Forscher und Technikexperten ist dafür eine neue Art des maschinellen Lernens notwendig. Sie glauben, dass ein menschenähnlicher Körper mit Augen und Beinen die Entwicklung künstlicher Intelligenz wirklich voranbringen könnte. Auch wenn Amazon seine Forschung an einem solchen humanoiden Alexa-Roboter nicht offiziell bestätigen will, sagte Prasad als Chefwissenschaftler gegenüber technologyreview.com zumindest, der einzige Weg smarte Assistenten wirklich smart zu machen bestehe darin, ihnen Augen zu geben, damit sie die Welt selbst erkunden könnten. 

Dies wäre eine konsequente Fortführung der bisherigen Entwicklung, denn bereits Mitte 2018 bezeichnete David Kaiser, Country Manager Germany & Austria, Amazon Alexa Skills Amazons Sprachassistentin uns gegenüber als Erweiterung des Gehirns.

Abgesehen davon arbeitete Amazon laut Berichten von Bloomberg und Stern ab Ende 2018 im Rahmen des sogenannten Vesta-Projektes an einem mobilen Alexa-Roboter, der seinem Besitzer zwar noch nicht hinterher laufen aber immerhin hinterherfahren soll. Insidern gemäß könnten bereits Ende 2019 erste Alexa-Roboter von Amazon-Mitarbeitern getestet werden. Es sieht also ganz danach aus, als ob die Einführung der Alexa-Roboter von einem Aprilscherz weit entfernt ist und schon bald möglich sein wird. Ob diese dann allerdings wirklich mehr "Verstand" mitbringen als die bisherige Alexa-Software bleibt fraglich. Vermutlich wird Amazon seiner Sprachassistentin zuerst mehr Mobilität ermöglichen und anschließend ihre Intelligenz mehr und mehr ausweiten. 

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Welche Konsequenzen hätte es, Alexa mit einem Körper auszustatten?

Zuhören kann Alexa ja schon ziemlich gut, aber in der Praxis ist das auf Dauer sicherlich nicht genug. Würde Alexa in einen Roboterkörper integriert, könnte sie z. B. mit kamerabasierten Augen unsere Mimik zur besseren Spracheinordnung analysieren oder einfach näher herankommen, wenn sie einen Sprachbefehl akustisch nicht korrekt versteht. In Zukunft wird Alexa dann vielleicht nicht nur auf Befehl die Kaffeemaschine starten, sondern vorher eigenhändig eine Tasse darunter stellen. Oder sie erkennt automatisch, wann die Waschmaschine ihren Reinigungsmodus beendet hat und hängt die Kleidung selbstständig zum Trocknen auf. Wir sind jedenfalls sehr gespannt was sich die Entwickler von Amazon für die Zukunft noch ausdenken werden und bleiben dran.

Die Entwicklung geht ganz klar in Richtung humanoide Roboter

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homeandsmart Redaktion Mariella Wendel

Sammelte schon im Studium Erfahrungen mit innovativen Ambient Assisted Living Geräten und bloggte viele Jahre darüber. Mariella Wendel gehört von Anfang an zum home&smart-Redaktionsteam und testete die Echo Lautsprecher bereits vor der Markteinführung in Deutschland. Außerdem verfasste sie 2017 die erste umfassende Übersicht Alexa kompatibler Geräte. Heute zählen außerdem Saugroboter, Smart Home Kameras und fernsteuerbare Gartengeräte zu ihren Lieblingsthemen.